Montag, 18. Juni 2012

Warum das Ganze? Eine Einleitung.

Seit sieben Jahren lebe ich vegetarisch (Stand 2012) und seit den letzten drei Tagen vegan. Diese Entscheidung war längst überfällig. Seit meinem 14. Lebensjahr brannte mir das Thema von Zeit zu Zeit auf der Seele. Phasenweise erkannte oder ahnte ich, dass in unserer Gesellschaft etwas flasch läuft. Bedrohlich falsch! 
Da der Mensch jedoch bestens verdrängen kann - so auch ich - waren die Gedanken und Gewissensbisse zu schnell wieder verdaut und vergessen. Die Gewohnheit siegte, die Augen und Ohren waren wieder blind und taub.
Es war der Ekel aufgrund der unzähligen Gammelfleischskandale, der mich schließlich vor sieben Jahren dazu bewegte das Fleischessen bleiben zu lassen. An diesem Punkt angekommen, kam die Frage nach den essbaren Alternativen auf (es war ja nicht so, dass ich ausschließlich Fleisch aß - aber als Fleischesser glaubt man nunmal, dass man ungesünder ohne die tierischen Proteine leben würde. Dass man mit dem Verzicht ein großes Risiko eingehen und schon bald an sämtlichen Mangelerscheinungen leiden würde...).
Die eingeholten Informationen änderten schnell meine ursprünglichen Beweggründe. Ich wachte sozusagen auf und erkannte die Perversion. 

Wie kann es sein, dass man isst ohne sich darüber b e w u s s t im Klaren zu sein was es ist? Wie kann es sein, dass man Lebewesen auf ein Steak, auf Wurst und Hackbällchen reduziert und darin die einst lebendigen Augen, Gefühle, Instinkte und Gedanken verdrängt? Wie kann es sein, dass man zusätzlich von der Massentierhaltung weiß und die dort herrschenden Zustände gleichgültig akzeptiert? Nur, weil es so gut schmeckt? 

Hin und wieder ahnte und wusste ich, dass es paradox ist auf das Fleisch, den Fisch und die Eier zu verzichten, aber den Käse, die Milchshakes und Früchtequarks weiterhin zu essen. Und sogar die Eier, sobald sie nicht mehr als solche identifizierbar waren (wie in Keksen und Kuchen). Warum?
Weil jeder weiß, dass auch Milchprodukte von keinen glücklichen Kühen stammen.
Auch auf Weingummis verzichtete ich selten, obwohl ich wusste, dass Gelatine darin enthalten ist. Manchmal beschloss ich, dass ich das nicht mit meiner vegetarischen Lebensweise vereinbaren konnte. Aber die Macht der Verdrängung und Gewohnheit ermöglichte es mir eben doch.
Der erste ernsthafte Versuch vegan zu leben, scheiterte. Und warum?
Weil ich wie jeder nicht vegan lebende Mensch der Meinung war, dass diese Lebensweise enorme Einschränkungen beinhalten würde und die Umsetzung einfach unmöglich wäre.
In der Kantine wollte ich mittags also "nur" Salat essen. Aber schon bald fand ich es langweilig, besonders wenn sich das vegane Angebot wirklich nur auf den Blattsalat und die Gurkenscheiben beschränkte. 
Keine Schokolade mehr? Niiiie wieder? Kein Käsebrot? Keine Pizza, keinen Kuchen? An dieser Stelle dachte ich nicht mehr weiter. Wie bei allen anderen Fleischessern und Vegetariern blieb es bei diesen Fragen und schnell war für mich klar: "es wäre zwar richtig und besser, aber ich kann es nicht umsetzen. Es schmeckt doch so gut."

Wie heißt es noch gleich so schön? Gut Ding will Weile haben. Richtig?!
Es kam also dazu, dass ich heute anderer Meinung bin und mich frage:
Schmeckt es wirklich so gut, dass ich aufgrund dieser Tatsache das Leid der Tiere unterstützen möchte?
Wie könnte mir je wieder ein Stück Käse schmecken, wenn ich doch weiß, dass die Kuh, die mir diesen "Genuss" ermöglicht, auf engstem Raum dahinvegetiert, nie das Sonnenlicht sieht, vergewaltigt und ihres eigenen Kalbes beraubt wird, Hormone und Antibiotika schlucken muss, um nach x Jahren der Hochleistungsmilchproduktion als Steak oder Wurst auf Tellern zu landen?

Das geht eben nicht. Es hat "Klick" gemacht und mir ist ein Licht aufgegangen, das so hell wie nie zuvor leuchtet und fast schon brennt.
Aufgrund dieser frei gewordenen Energie entsteht heute, hier und jetzt dieses Blog :)
Ich möchte hier Gründe für die vegane & vegetarische Lebensweise auflisten, aufklären, aufrütteln und motivieren.
Es muss sich nämlich etwas ändern. Wir können nicht ewig wegschauen, verdrängen und so gedanken- und gewissenlos weiteressen. Ich schreie - wenn auch hiermit noch recht leise - nach Veränderung!








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